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Fred Ink

Strange Days - Das Vermächtnis der Teiler: Band 1: Durch das Portal


 
»Strange Days - Das Vermächtnis der Teiler: Band 1: Durch das Portal« von Fred Ink


Besprochen von:
 
Lanara
Deine Wertung:
(5)

 
 
Als Alex Vendig die Augen öffnet und einen blauen Affen an seiner Decke kleben sieht, glaubt er noch an die Nachwehen des Saufgelages vom Vorabend. Auch als der Affe mit ihm spricht, ist er noch der Meinung, ein paar Hallus zu haben. Auch nach einer Beißattacke redet er sich noch ein, dass er sich die Verletzung selbst zugefügt hat. Aber leider ist alles anders als gedacht. Denn der Affe – Mojo –, der kein Affe ist, ist real … ebenso wie seine Vorhersagen. Nachdem also Alex erst von einem Polizisten und danach von einem Obdachlosen beinahe umgebracht wird, ist es an der Zeit, unterzutauchen. Zunächst wähnt er sich in der Wohnung seines Freundes David sicher, aber als dort dann seltsame Monster auftauchen, die ihm nach dem Leben trachten, muss ein Plan B her. Der glücklicherweise in Form von Mojo auftaucht und ihn und David kurzerhand in ein Paralleluniversum schafft. Doch hier ist leider auch nicht gerade Ausruhen angesagt, sondern Alex muss mal wieder um sein Leben kämpfen.

Zuerst einmal: Diese Version ist die Neuauflage von Fred Inks Erstlingswerk. Es wurde ein wenig überarbeitet, aber wie er im Vorwort schon vorwarnt, ist „Strange Days immer noch so zügellos, blutig und verrückt wie eh und je“. Und ja, das würde ich mal unterschreiben. Die Sex- und Kampfszenen sind ziemlich eindeutig und detailliert beschrieben, es spritzt einiges an Blut und sonstigem umher und zumindest mein Kopfkino hatte einiges zu tun.

Dass Freds Stories vollkommen abstrus und durchgeknallt sind, weiß ich. Dass seine Helden und Antihelden ziemlich ungewöhnlich sind, ebenfalls. Sie sind nicht immer die Sympathieträger schlechthin, aber bei Strange Days war ich doch ziemlich angetan. Alex ist ein Chaot, der sein Leben wegen einer unglücklich verlaufenen Liebesgeschichte nicht ganz auf die Reihe kriegt, aber er scheint ein netter Kerl zu sein. Allerdings muss ich sagen, dass mir sein Sidekick David aber besser gefiel. Zwar irgendwie dauerbekifft, aber mit dem Herz am rechten Fleck und Alex gegenüber absolut loyal. Und Mojo … Mojo ist der Kracher. Die Vorstellung eines diskutierenden kleinen blauen Affen ist einfach zu gut – und die Diskussion zwischen Mojo und den Jungs erst recht. Die Parallelwelt erinnerte mich an einen LSD-Trip: Bewohnbare Pilze, kleine gelbe (kotzende) Männchen, andersfarbige und weniger kleine Gestalten und und und … alles angetrieben vom Gaa, einer Art Lebensenergie. Allerdings ist es keine heile LSD-Welt, sondern auch hier gibt es einen Herrscher, der willkürlich seine Diener massakriert und die Weltherrschaft an sich reißen will.

Schon in diesem Buch kommt die unverwechselbare Art zu Schreiben des Autors durch, die sich durch alle weiteren Werke zieht. Und ich muss sagen, dass Strange Days es jetzt direkt in meiner persönlichen Reihenfolge aller Fred Ink-Bücher auf den ersten Platz geschafft hat. Dieser cränke Scheiß (um David zu zitieren) hat mich ziemlich angefixxt (man verzeihe meine Wortwahl, aber was anderes passt gerade nicht). Und dank des abrupten und offenen Endes kann man gespannt sein, wie das Ganze weitergeht.
[b]
 
 
 


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