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Joel Shepherd

Die Androidin - Weg in die Freiheit: Roman


 
»Die Androidin - Weg in die Freiheit: Roman« von Joel Shepherd


Besprochen von:
 
Korlat
Deine Wertung:
(4)

 
 
Dieser dritte Band mit der Androidin Sandy als Hauptperson setzt am Ende des zweiten Bandes an. Sandy war aus der Liga, die sie erschaffen hat, geflüchtet. In Callay hat sie eine neue Heimat gefunden und ist mittlerweile stellvertretende Kommandantin der Callay’schen Verteidigungskräfte. Vor einiger Zeit wurde Callay zum Sitz des Großen Rates der Föderation bestimmt. Nicht alle Mitglieder der Föderation wollen das respektieren und so befindet sich mittlerweile die fünfte Flotte der Föderation im Orbit um Callay. Sandy hat etliche Gegner auf Callay – die Pro-Erde-Aktivisten, religiöse Fanatiker, die künstliches Leben nicht als gleichwertig einstufen und natürlich die Liga, der sie entflohen ist. Ari, ihr Partner, hat Gerüchte gehört, dass die Liga einen Todesschalter in ihren Kopf eingebaut hat, der jederzeit bedient werden könne. Noch nie seit ihrer Flucht war Sandys Leben so ernsthaft bedroht. Sie beschließt, in den Untergrund zu gehen.

Der Terror hört nicht auf. Illegale Waffen werden ins Land geschmuggelt. Callay soll destabilisiert werden. Es soll der Eindruck entstehen, dass die Welt nicht in der Lage ist, die Sicherheit des Großen Rates der Föderation zu gewährleisten. Die fünfte Flotte der Föderation ist mittlerweile außer Kontrolle geraten und handelt selbständig. Sie legt an Callays Raumstation an und blockiert den Handel. Schnell wird klar, dass ein anderer fortschrittlicher Androide auf Callay ist und gegen den Planeten arbeitet. Sandy muss schnell herausfinden, wer die Macht und die militärischen Mittel hat, die Pläne Callays zu sabotieren.

Der zweite Band der Geschichte über die Androidin Cassandra Kresnov, genannt Sandy, hatte mich nicht gefangen nehmen können. Die Handlung war doch in weiten Teilen vorhersehbar und insbesondere die Hauptperson hat sich nicht wirklich weiterentwickelt. Im vorliegenden dritten Band zieht das Tempo deutlich an. Sandy ist nun stellvertretende Kommandantin der neuen Verteidigungsstreitkräfte von Callay. Ihre Ausbildung als Androidin, die für das Militär konstruiert wurde, macht sich in ihrer Stellung bezahlt. Sie versucht immer wieder, Unterschiede zwischen sich und den Evos, den geborenen Menschen, zu finden und beschäftigt sich damit. In diesem Band wird klar, dass sie anders liebt. Nicht weniger, aber anders. Sie ist sehr loyal und tut alles, um ihre Freunde zu schützen. Sandy wurde mir in diesem Band sympathischer trotz ihrer beinahe übermenschlichen Kampffähigkeiten.

Auch die anderen wichtigen Figuren sind gut gezeichnet. Ari, ihr Geliebter, ein Genie im Umgang mit Computernetzen. Vanessa, ihre militärische Stellvertreterin, ihre Freundin, die ihr ihre Liebe gesteht. Kapitän Reichardt, der hilft, die Blockade der fünften Flotte zu überwinden. Sogar Jane, die gefährliche Androidin, die als Antagonistin Sandys zeigt, wie sie hätte werden können, eine Soziopatin ohne Mitgefühl.

Eine Mischung aus vielen Gesprächen und immer wieder eingestreuten Action-Szenen treibt die Handlung vorwärts. Gelegentlich fallen hier kleine Ungereimtheiten auf. Dies fällt besonders bei Sandys Zeit im Untergrund auf. Immer wiederwird sie erkannt trotz ihrer Versuche, ihr Äußeres zu verändern. Jane hätte sie viel früher finden müssen, wenn ihre Fähigkeiten zutreffend geschildert wurden. Auch die Präsidentin hätte sicher nicht so lange dulden dürfen, dass sie nicht erreichbar für sie war.

Insgesamt denke ich, dass der Reihe eine Straffung gut getan hätte. Zwei etwas stärkere Bände wären genug gewesen. Dieser abschließende Band stellt eine Steigerung zum vorigen Band dar, sollte aber nicht ohne die Kenntnisse der beiden ersten Bände gelesen werden.
 
 
 


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