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Linnea Sinclair

Sternenjagd

  • Autor:Linnea Sinclair
  • Titel: Sternenjagd
  • Serie:
  • Genre:SF
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Egmont LYX
  • Datum:01 April 2013
  • Preis:9,99 EUR

 
»Sternenjagd« von Linnea Sinclair


Besprochen von:
 
Elohym78
Deine Wertung:
(3)

 
 
Als Rhis Vanur notlandet, gelingt ihm dies quasi im Vorgarten der jungen Kapitänin Trilby Elliot. Sie nimmt sich des Verletzten an und ahnt nicht, wen sie sich da in ihr Schiff geholt hat. Denn Rhis ist nicht der, der er zu sein vorgibt. Schnell entwickelt sich zwischen den beiden eine innige Liebesbeziehung, scheinen sich doch endlich zwei Seelenverwandte gefunden zu haben. Auf dem Rückflug in die Zivilisation geraten die beiden in ein Feuergefecht mit den Ycsko und können gerade noch entkommen. Die Sko haben es eindeutig auf Elliot abgesehen, aber das Warum ist beiden schleierhaft. Zunächst zumindest, denn als sich plötzlich Elliots Exfreund Jagan bei ihr meldet, scheint die Sache klar zu sein. Gemeinsam wollen sie gegen den Feind vorgehen, doch dann kommt Rhis wahre Identität zu Tage: Rhis ist in Wirklichkeit Khyrhis Tivar der Teuflische und Elliot fühlt sich verraten und verkauft. Kann sie ihm überhaupt noch trauen?

Das Cover zeigt zwei Liebende, die sich innig zugewandt sind. Zwei Seelenverwandte inmitten der Unendlichkeit des Weltalls. Ich finde das Cover sehr schön für Titel und Inhalt des Buches gewählt, da es nicht nur die wunderbare Liebesgeschichte zwischen Trilby Elliot und Rhis Vanur wiederspiegelt, sondern auch den Hauptschauplatz des Romanes, das Weltall.

Linnea Sinclair überraschte mich völlig mit ihrem Roman! Spritzig, witzig und lebendig steigt sie in die Geschichte ein und zeichnet eine bildliche Darstellung der Örtlichkeiten. Fremde Welten begeistern mich immer und so konnte mich auch Linnea Sinclair schnell überzeugen und in ihren Bann ziehen. Leider lassen die bildgewaltigen Beschreibung von ihr immer mehr nach, so dass ich mich nicht restlos in dem Buch verlieren konnte. Die riesige Unendlichkeit des Alls, die vielen fremden Welten und die Raumstationen werden leider nur noch kurz angerissen. Sinclair überlässt die nähere Ausschmückung dem Gedankenspiel ihrer Leser, was ich sehr schade fand. Auch die fremdartigen Wesen wurden zu Beginn deutlich beschrieben und schwächen dann immer mehr ab. Der Fokus des Fremdartigen verschiebt sich mehr und mehr zu Gunsten der Liebesgeschichte zwischen Trilby Elliot und Rhis Venture. Auch die spritzige und unterhaltsame Art verliert sich zwischen den Seiten und blitz nur noch hier und da mal auf. Ich fand dies sehr schade, da die Autorin zu Beginn ihres Romanes einen wirklich packenden Schreibstil offenbarte. Warum dieser verloren ging, kann ich mir leider überhaupt nicht erklären. Der Spannungsbogen war straff gespannt und verlor sich unmerklich, bis er plötzlich fast weg war. Die Geschichte plätscherte ziemlich ereignislos vor sich hin. Nicht uninteressant, aber der Wandel von Science Fiction hin zu einem Liebesroman vollzog sich.

Ihren Protagonisten ergeht ein ähnliches Schicksal. Zu Beginn war ich völlig gefangen von den starken und authentischen Charakteren, die im Verlauf der Handlung immer mehr abschwächten. Gerade die taffe und unbeugsame Trilby Elliot ist Sinclair einfach wunderbar gelungen. Als Waise wächst sie heran und entwickelt dadurch eine unnachahmliche innere Stärke. Kein Weg scheint zu steinig, keine Gefahr zu groß. Mit Esprit und Lebensmut wird jedes Hindernis zu einem packenden Spektakel und formt ihren Charakter. Als sie in Rhis ihre große Liebe erkennt und von ihm scheinbar verraten wird, leidet Elliot sehr darunter. Doch sie gibt nicht auf, sondern kämpft für sich und ihre Überzeugungen. Doch dies verliert sich leider etwas.
Mit Rhis Vanur verhält es sich genauso. Der starke, unbeugsame und eiserne Kapitän eines der größten und gefährlichsten Schlachtschiffe der Welt, verkommt zu einem von Liebe verblendetem Hampelmann. Die Änderung, die er durchläuft, ist für mich nicht immer nachvollziehbar und gefällt mir ehrlich gesagt auch nicht. An einigen Stellen blitzt seine Charakterstärke zwar hervor und dies sind auch die Stellen, an den mich das Buch wieder packte. In Trilby Elliots Augen vereint er zwei unterschiedliche Charaktere in sich. Zum einen den liebenswerten Rhis Vanur, der sie mit ihrer Stärke beschützt und zum anderen den Prahlhansel Khyrhis Tivahr, den teuflischen, vor dem die ganze Welt zittert und dessen mentale Unbeugsamkeit jedem das Fürchten leert. Ich sah diese beiden, aber so extrem, wie Elliot dann doch nicht. Die Autorin versucht dies durch Gebrauch der verschiedenen Namen hervorzuheben, was ihr allerdings nur bedingt gelingt.

Mein Fazit
Eine nettes Liebesgeschichte. Nicht unter den Sternen, sondern mittendrin!
 


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