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Marianne de Pierres

Retra
Insel der Schatten

  • Autor:Marianne de Pierres
  • Titel: Insel der Schatten
  • Serie:Retra
  • Genre:SF
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Heyne Verlag
  • Datum:12 August 2013
  • Preis:12,99 EUR

 
»Insel der Schatten« (Retra) von Marianne de Pierres


Besprochen von:
 
Elohym78
Deine Wertung:
(3)

 
 
Nachdem ihr Bruder Joel von Zuhause weggelaufen und auf die Party-Insel Ixion geflüchtet ist, ist für Retra nichts mehr, wie es war. Die Mutter verstummt und weint, ihr Vater ständig böse und züchtigt sie; zu allem Übel kommt auch noch ein Wächter ins Haus, der die Familie bewachen soll, damit so etwas nicht noch einmal geschieht. Doch Retra gelingt die Flucht und reist nach Ixion. Als Seal wurde sie streng erzogen und kann mit dem Mantra der Insel: Sittsamkeit ist eine Sünde, nicht vertraut werden. Schnell gewinnt sie Freunde und auch Joel findet Retra wieder. Doch die Insel hütet ein schreckliches Geheimnis.

Das Cover zeigt ein Mädchengesicht. Unsicher und ängstlich, doch zu gleich voller Kampfeswillen blickt sie den Leser an. Zusammen mit dem Klapptext war es ein Garant dafür, dass ich zielstrebig zu diesem Buch griff.

Marianne de Pierres schreibt flüssig, locker und spannend. Ohne Probleme konnte ich der Handlung folgen und mich auf die Party-Insel Ixion entführen lassen. Da durch eine Anomalie auf der Insel permanent Nacht herrscht, wirkt die Stimmung eher düster, statt lebenssprühend, was mich verwunderte. Ich hätte mir einen stärker ausgearbeiteten Kontrast zwischen ausgelassenem Feiern und der Bedrohung der Insel gewünscht. Denn neben den beleuchteten Wegen lauert das Grauen. Geschöpfe der Nacht und der Dunkelheit, die Alpträume verursachen.
Die Jugendlichen werden von Ripern bewacht, deren Anführer Lenoir merkwürdige Kräfte zu besitzen scheint. Doch die Riper sind nicht nur dafür da, die Jugendlichen vor den Geschöpfen der Nacht zu schützen, sondern sie bewachen sie ahnden Fehlverhalten. Manchmal grausamer als die Situation rechtfertigt.
Das eigentliche Ziel Retras, ihren Bruder zu finden, nimmt diverse Umwege. Unterströmungen bemächtigen sich der Handlung und scheinen ein Eigenleben zu führen. Wie lose Fäden schlängeln sie sich durch das Buch und führen langsam aber sicher zu einer Einheit. Die Wendungen entwickeln sich nach und nach. Meistens hatte ich eine Idee, wie es weiter gehen könnte, aber im großen und ganzen konnte ich mich überraschen lassen. Mit wirklichen Höhepunkten konnte das Buch nicht glänzen und plätscherte eher so vor sich hin, aber langweilig war es auch nicht. Eine gute Mischung eben.

Retra, die Protagonistin der Geschichte, ist der Autorin sehr gut gelungen. Als streng erzogenes Mädchen betritt sie die Insel und muss permanente innere Kämpfe mit sich ausfechten, da ihr Menschenmassen zu wider sind, von Körperkontakt ganz zu schweigen. Diese innere Zerrissenheit wird anschaulich geschildert und ich konnte mich ohne Schwierigkeiten in Retra hineinversetzen und ihren Entscheidungen folgen. Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, die sich wunderbar als Vorbild eignet. Nicht Fehler frei, aber durch ihre kleinen Macken wirkt sie authentisch.
Die Personen an ihrer Seite wirken stellenweise etwas farblos und ähneln sich stark. Gut ist gut, böse ist böse. Das Mittelmaß fehlte mir. Zudem kreisen sie um Retra, wie Motten um das Licht und entwickeln leider wenig Eigenständigkeit.

Mein Fazit
Als Serien-Einstieg wunderbar. Als Einzelwerk eher schwach, trotzdem lesenswert.
 


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