Emily Bähr Gods of New Olympia 1
Gilded Ruin
Buchlisten
»Gilded Ruin« (Gods of New Olympia 1) von Emily Bähr
Die Götter des Olymp sind auf die Erde zurück gekehrt. Sie bringen der Menschheit Wunder; in Form von Glücksspiel. Mitten im Ozean, auf einer ehemaligen Bohrinsel erbauten sie ein Spieleparadies auf dem es keine Grenzen zu geben scheint. Zumindest für die Reichen und Mächtigen. Denn die Medaille hat auch eine Kehrseite. Und das ist die der arbeitenden Bevölkerung.
Briar wächst auf der Insel auf und muss für alles, einfach für alles kämpfen. Für jedes Quäntchen Glück, für Essen, für ihr Leben. Als sie eines Tages die Leiche ihrer Schwester identifizieren muss, die offensichtlich von einem der Götter ermordet wurde, reicht es ihr. Sie tritt zu einem Pokerspiel an. Gewinnt sie es, wird sie in den Olymp aufgenommen. Und erhält endlich die Chance, tödliche Rache an den Göttern zu nehmen.
Das Cover zeigt eine Säule und darüber ein Relief. Es ist schlicht in Cremefarben gehalten, einzig die Rosen, die alles umranken sind in einem zarten Rosa. Das Bild wirkt auf mich beruhigend, zärtlich, fast schon mild und steht damit im krassen Kontrast zum Inhalt des Buches.
Phantastischer Götter-Krimi. Oder eher ein Fantasy-Thriller. Vielleicht auch eine abgefahrene Liebesgeschichte mit Selbstüberschätzung.
Viele Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich das Buch von Emily Bähr las. Sie schreibt spannend, durchdacht und verblüffend logisch für eine Göttergeschichte, die in der heutigen Zeit spielt. Oder vielleicht auch eher traurig, dass es mir logisch vorkommt, dass Geld die Welt regiert und die Reichen und Mächtigen mit allem durchkommen; selbst mit Mord.
Und doch genoss ich die Magie getränkten Schilderungen der Umgebung! Eine alte Bohrinsel, aus der mit Magie eine völlig neue Welt erschaffen wurde. Etage auf Etage und alles ist größer und ausladender, als dies möglich sein sollte. Die Götter machen sich die Welt ganz nach ihrem Gusto! Emily Bähr ließ alles vor meinem inneren Auge entstehen und ich folgte der Autorin nur allzu bereitwillig in diese spannende Welt! Denn neben der Magie der Antike, existieren natürlich Smartphones, Autos, Kasinos und vieles mehr, was eben unsere jetzige Zeit ausmacht. Und doch herrschen die alten Götter. Mit Blitz und Donner, den Wind befehlend, Angst und Schrecken verbreitend oder auch Liebe. Die Mischung ist für mich etwas ganz besonderes gewesen, was ich sehr gelesen habe!
Und dann natürlich das Leben in New Olympia. Eine Insel, auf der das Glückspiel vorherrscht. Wie Las Vegas, ein einziges Spiel. Nur eben ein Spiel, das mit dem Tod enden kann. Wie bei dem jährlichen Poker Event, bei dem es die Aufnahme in den Olymp zu gewinnen gibt. Noch nie hat einer die Götter besiegt. Bis, ja bis heute.
Denn Briar wird von puren Hass getrieben. Sie will ihre Schwester rächen. Und der ganzen Ungerechtigkeit der Götter ein Ende setzen. Dabei ist sie nicht selbstlos. Sie hängt nur nicht am Leben. Sie kämpft für andere und das lässt sie als Heldin in meinen Augen dastehen.
Emily Bähr sind ihre Protagonisten außerordentlich gut gelungen! Ich liebte jeden, auch wenn die Rolle nur klein und am Rand war. Jeder einzelne ist authentisch geworden und man merkte deutlich, dass Gilded Ruin der Autorin viel bedeutet.
Ob das die Überheblichkeit der Götter war oder die Hilflosigkeit der Sterblichen. Und ganz viel dazwischen. Jede Person gefiel mir gut! Allen voran natürlich Briar. Eine Einzelkämpferin, die in der Welt des Olymp groß geworden ist und sich ewig durchschlagen musste. Ihr ist nie etwas in den Schoß gefallen, alles war Kampf. Einzig ihr bester Freund Miguel steht ihr treu zur Seite, was sie auch zu schätzen weiß. Als Briar endlich die Gelegenheit bekommt, Rache für all das Leid zu nehmen, scheint auch sie über Leichen zu gehen. Rache um jeden Preis! Und dabei verliert sie aus dem Blick, dass eben nicht alles nur schwarz oder weiß ist. Ihre Entwicklung zu beobachten und an ihrer Seite zu stehen, habe ich sehr genossen und fand es stets aufregend und spannend!
Aber auch die Götter sind einfach grandios geworden. Viele Klischees wurden von der Autorin bedient, was mir gut gefiel. Denn trotz der offensichtlichen Oberflächlichkeit steckt mehr dahinter. Und das zu ergründen war spannend und toll!
Mein Fazit
Mir hat das Buch viel Freude gemacht und ich bin gerne in die Welt der Götter abgetaucht!